Oettinger Kammerorchester

Samstag, 11. Mai 2019, 20.00 Uhr
Solistin: Julia Galic
Leitung: Günter Simon

E. Elgar: Serenade für Streicher e-Moll op. 20
M. Bruch:
Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 g-Moll op. 26
J. Haydn: Sinfonie Nr. 86 D-Dur, Hob I:86


Zusätzlich bieten wir Ihnen am Samstag, dem 11. Mai 2019, um 16.00 Uhr ein moderiertes Konzert für Kinder mit ausgewählten Musikstücken aus dem Abendkonzert an.

Eintritt nachmittags: Erwachsene 7 Euro, Kinder frei
Platzreservierung nur für Gruppen und Schulklassen1 11 Mai

PERSONALIA:
Julia Galic, geboren in Tübingen, schloss das künstlerische Aufbaustudium und die Solistenklasse an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart bei Prof. Ingolf Turban mit dem Prädikat „Auszeichnung“ ab. Sie war Finalistin beim Deutschen Musikwettbewerb 1999. Als Solistin konzertierte sie u.a. mit dem Moskauer Kammerorchester Kremlin, den Zagreber Solisten, dem Litauischen und dem Polnischen Kammerorchester, dem Thailand Philharmonic Orchestra, dem Stuttgarter und dem Tübinger Kammerorchester.
Ihr Repertoire umfasst neben den traditionellen Solo- und Kammermusikwerken auch selten gespielte Werke, die dem Südwestrundfunk sowie dem Bayrischen Rundfunk als Einspielungen vorliegen. Zudem ist sie Mitglied des „Ensemble Transcendent“, des „Trio Parnassus" und der „Parnassus Akademie" Stuttgart.
Nicht zuletzt aufgrund ihrer erfolgreichen pädagogischen Tätigkeit in ihrer Heimatstadt Tübingen wurde sie 2011 als Professorin für Violine an die Hochschule für Musik und Theater München berufen. Julia Galic hat sich überdies in Oettingen als langjährige Dozentin beim Internationalen Violinfestival Oettingen einen Namen gemacht. Auch mit dem Oettinger Kammerorchester begeisterte sie als Solistin bereits 2015 mit dem Violinkonzert von Felix Mendelssohn Bartholdy.

 Das Oettinger Kammerorchester feiert 2019 seinen 60. Geburtstag. Unvergessen für viele der Gründer Otto Hennecke, der es verstand, Musiker der Region und Schüler des Albrecht-Ernst-Gymnasiums für sinfonische Musik zu begeistern. Dieses Miteinander von erfahrenen Musikern und lernwilligen Schülern ist das Geheimnis dieses jahrzehntelangen Erfolges. Aber es ist auch dem Oettinger Publikum zu verdanken, dass es dieses pädagogische Wirken immer unterstützt hat und die Konzerte des Oettinger Kammerorchesters bis heute fleißig besucht. Für die Brüder Bernd Simon, Harald Simon und Günter Simon war es ein Glücksfall, in dieser musikalischen Lebenswelt aufwachsen zu dürfen. Deshalb war es naheliegend, dem Vorbild Otto Hennecke nachzueifern und ebenso Schulmusik zu studieren und das Orchester nach seinem Tod weiter in seinem Sinne zu führen. So blickt das Orchester dankbar auf die letzten 60 Jahre zurück und freut sich auf weitere musikalisch fruchtbare Jahre.


WERKBESCHREIBUNGEN:

Der englische Komponist Edward Elgar, Sohn eines orgelspielenden Musikalienhändlers, war weitgehend Autodidakt. „Als ich mich entschieden hatte, Musiker zu werden, blieb mir nur übrig, mich selbst zu unterweisen. Ich sah und lernte einen Großteil über Musik durch die Flut an Musikstücken, die durch die Firma meines Vaters gingen. Ich las alles, spielte alles und hörte alles, was ich bekommen konnte.“ Elgar komponierte seine Streicherserenade im Jahr 1892. In der Urfassung tragen die drei Sätze noch Überschriften: Spring Song (Frühlingslied), Elegy und Finale. Obschon diese Titel im Opus 20 verschwunden sind, ist der Sinn der Sätze doch noch immer der gleiche. Der erste Satz kann seine pastoralen Neigungen nicht verhehlen, der langsame Satz trägt elegische Züge, das Finale sorgt für einen heiteren Ausklang.

Bei einem so durchschlagend und anhaltend populären Werk wie dem ersten Violinkonzert von Max Bruch ist man fast geneigt, von einem flott hingeworfenen Geniestreich auszugehen. Die Entstehungsphase des Werks bietet aber ein gänzlich anderes Bild. Wohl wenige Kompositionen der Musikgeschichte wurden so oft umgearbeitet, verbessert oder verändert wie dieses Violinkonzert. Befragt, warum er, selbst Pianist, ein so großes Interesse für die Violine habe, hatte Bruch geantwortet: „Weil die Geige die Melodie besser singen kann als das Klavier, und die Melodie ist die Seele der Musik“. In dem Violinkonzert steht die Geige als ausdrucksvoll singendes Instrument im Vordergrund. Originell und wirkungsvoll ist auch der Formaufbau mit einem freien, rhapsodischen Einschlag. Das Violinkonzert beginnt mit einem balladenhaft zwischen Lyrik und Leidenschaft schwankenden Einleitungssatz, es folgt das berühmte Adagio und den Schlusspunkt setzt ein ungarisch klingendes, virtuos auftrumpfendes Finale. „Das Konzert fängt an, eine fabelhafte Karriere zu machen“, hatte Bruch schon kurz nach der triumphalen Uraufführung 1868 notiert. Und später: „Ich kann dieses Violinkonzert nicht mehr hören, habe ich vielleicht bloß dieses eine Konzert geschrieben?“

Im Jahre 1784 bestellte die Pariser Loge Olympique für ihre Konzerte bei Joseph Haydn sechs „Grandes Symphonies“. Das Pariser Orchester galt zu dieser Zeit als das größte und beste Europas, nicht zu vergleichen mit Haynds Ensemble in Esterháza. Die Konzerte waren dort öffentlich, also keine exklusive höfische Angelegenheit. Die Serie der sechs „Pariser Sinfonien“ bildet denn auch den ersten zyklischen Höhepunkt im Schaffen des Sinfonikers Haydn. Die festliche Sinfonie Nr. 86 beginnt mit einer Adagio-Einleitung, auf die ein kunstvoll gearbeitetes Allegro spiritoso mit groß angelegter Durchführung folgt. Das als Capriccio bezeichnete, ungemein klangschöne Largo ist formal so frei gestaltet wie kaum ein anderer langsamer Satz Haydns. Im Finale mit seinem Staccato-Thema entfaltet der Komponist eine Überfülle motivisch-gestalterischer Finessen.


PROGRAMM:

Edward Elgar (1857–1934)
Serenade für Streicher e-Moll op. 20

Allegro piacevole
Larghetto
Allegretto

Max Bruch (1838–1920)
Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 g-Moll op. 26

Vorspiel. Allegro moderato
Adagio
Finale. Allegro energico

*** PAUSE ***

Joseph Haydn (1732–1809)
Sinfonie Nr. 86 D-Dur, Hob I:86

Adagio – Allegro spiritoso
Capriccio. Largo
Menuett. Allegretto
Finale. Allegro con spirito