Oettinger Kammerorchester

Samstag, 19. Oktober 2019, 20:00 Uhr
Solistin: Hans-Roman Kitterer, Klavier
Leitung: Günter Simon

A. Vivaldi: Concerto „Alla rustica“ RV 151
W.A. Mozart:
Klavierkonzert d-Moll KV 466
J. Haydn: Sinfonie D-Dur, Hob. I:93


Zusätzlich bieten wir Ihnen am Samstag, dem 19. Oktober 2019, um 16.00 Uhr ein moderiertes Konzert für Kinder mit ausgewählten Musikstücken aus dem Abendkonzert an.

Eintritt nachmittags: Erwachsene 7 Euro, Kinder frei
Platzreservierung nur für Gruppen und Schulklassen

PERSONALIA:
Der Pianist Hans-Roman Kitterer hatte Klavierunterricht bei Victor Schwinghammer (Aalen) und Prof. Renate Werner (Stuttgart). Seit seiner Jugend hatte er Auftritte als Pianist, Cembalist und Organist in der Region Ostwürttemberg. Mit dem Aalener Sinfonieorchester spielte er Klavierkonzerte von Bach, Mozart, Beethoven und Chopin und die Paganini-Variationen von Rachmaninoff. In den letzten Jahren gestaltete Kitterer szenisch-musikalische Themenabende, u.a. über Beethoven, Schumann, Mendelssohn und Brahms, z.B. in Schloss Fachsenfeld und in der Villa Stützel in Aalen. Hans-Roman Kitterer spielt im ersten und letzten Satz des Mozart-Klavierkonzerts selbst verfasste Solokadenzen. Hauptberuflich ist der Pianist als Arzt für innere Medizin am Ostalbklinikum Aalen tätig.

Das Oettinger Kammerorchester feiert 2019 seinen 60. Geburtstag. Unvergessen für viele der Gründer Otto Hennecke, der es verstand, Musiker der Region und Schüler des Albrecht-Ernst-Gymnasiums für sinfonische Musik zu begeistern. Dieses Miteinander von erfahrenen Musikern und lernwilligen Schülern ist das Geheimnis dieses jahrzehntelangen Erfolges. Aber es ist auch dem Oettinger Publikum zu verdanken, dass es dieses pädagogische Wirken immer unterstützt hat und die Konzerte des Oettinger Kammerorchesters bis heute fleißig besucht. Für die Brüder Bernd Simon, Harald Simon und Günter Simon war es ein Glücksfall, in dieser musikalischen Lebenswelt aufwachsen zu dürfen. Deshalb war es naheliegend, dem Vorbild Otto Hennecke nachzueifern und ebenso Schulmusik zu studieren und das Orchester nach seinem Tod weiter in seinem Sinne zu führen. So blickt das Orchester dankbar auf die letzten 60 Jahre zurück und freut sich auf weitere musikalisch fruchtbare Jahre.

WERKBESCHREIBUNGEN:
Antonio Vivaldi
ist der mit Abstand bedeutendste Instrumentalkomponist des italienischen Barocks. Sogar Johann Sebastian Bach interessierte sich sehr für Vivaldis Konzerte und bearbeitete mehrere davon für Orgel oder Cembalo. Popularität hat Vivaldis Concerto „Alla Rustica“ G-¬Dur RV 151 erlangt. Das „rustikale“ Element des Konzerts verschafft sich vor allem im beschwingten Eingangs-Presto im 9/8-Takt Gehör, das als ländlicher Tanz auf die volkstümlichen Wurzeln der hohen venezianischen Concerto-Kunst hinweist. Während das Thema des Kopfsatzes an den G¬-Dur¬-Dreiklang gebunden ist, be¬ginnt das Finale mit einer abwärts ge¬richteten Tonleiterbewegung. Bei diesem Konzert verwendete Vivaldi identisches thema¬tisches Material in Dur und Moll. So überrascht der Kopfsatz gegen Ende mit einer Moll¬-Wen¬dung. Der langsame Satz ist dagegen wie bei den meisten Konzerten für Streichorchester knapp gehalten.

Das d-Moll-Klavierkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart entstand 1785, als Vater Leopold gerade in Wien zu Besuch war. Seine Briefe an die Tochter Nannerl nach Salzburg geben ein anschauliches Bild von jener Zeit, die für Mozart ebenso arbeits- wie erfolgreich war: Organisation, Konzerte und Komposition von frühmorgens bis tief in die Nacht füllten die Tage aus. So wurde auch das Klavierkonzert erst einen Tag vor der Uraufführung fertiggestellt und musste noch eiligst kopiert werden. Mit der Wahl einer Molltonart (von seinen 23 Klavierkonzerten stehen sonst alle anderen in Dur) markiert Mozart einen Schritt zum persönlichen Ausdruck; eine gefällige Gesellschaftskunst stand nun nicht mehr an erster Stelle. Dieselbe Molltonart verwendete Mozart später in seiner Oper „Don Giovanni“ und in seinem „Requiem“ – so ist eine ähnlich düstere Stimmung nicht zu übersehen.

Joseph Haydn bekam unmittelbar nach dem Tod seines Dienstherrn Fürst Nikolaus (1790) und der daraufhin von dessen Sohn und Nachfolger angeordneten Auflösung der Hofkapelle Besuch vom englischen Konzertunternehmer Johann Peter Salomon. Er legte Haydn einen lukrativen Vertrag für Auftritte in London vor. Die Verpflichtung des Komponisten belief sich vorerst auf die Komposition von sechs Sinfonien, einer Oper, 20 kleineren Stücken sowie die Dirigate. Haydn sagte zu und verließ im Dezember 1790 Wien. Es kam zu den vertraglich vereinbarten Konzerten, eben auch der Sinfonie Nr. 93. In dieser Sinfonie hatte Haydn dem Gestus der Repräsentation verstärkt Platz eingeräumt. Manches lässt sich als Reverenz Georg Friedrich Händel gegenüber deuten, der über 40 Jahre in London gelebt hatte. In einem zeitgenössischen Bericht über die Begegnung mit dem englischen Herrscherpaar heißt es: „Nun verlangte der König, Haydn möchte einen Händelschen Psalm auf der Orgel ausführen. Haydn, der Händels Werke fleißig studiert hatte, entledigte sich dieses Auftrags zur allgemeinen Zufriedenheit.“

PROGRAMM:
Antonio Vivaldi
(1678–1741)
Concerto G-Dur RV 151 „Alla rustica“

Presto
Adagio
Allegro

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791):
Konzert für Klavier und Orchester d-Moll KV 466

Allegro
Romanze
Allegro assai

*** PAUSE ***

Joseph Haydn (1732–1809)
Sinfonie Nr. 93 D-Dur, Hob I:93

Adagio. Allegro assai
Largo cantabile
Menuet. Allegro
Finale. Presto ma non troppo