Württembergisches Kammerorchester Heilbronn (Galakonzert)

Sonntag, 22. Juli 2018, 19:00 Uhr
Solistin: Olga Scheps, Klavier
Konzertmeister und Leitung: Gustav Frielinghaus

E. Grieg: Holberg-Suite op. 40
F. Chopin: Klavierkonzert Nr. 2 f-Moll op. 21
E. Grieg: Streichquartett Nr. 1 g-Moll op. 27 in Orchesterfassung

PERSONALIA:
Olga Scheps ist eine echte Entdeckung. So habe ich Chopin noch nicht gehört.“ So5Olga Scheps Foto Uwe Arens äußerte sich Musikkritiker Joachim Kaiser in der  „Süddeutschen Zeitung“. Die 1986 in Moskau geborene Olga Scheps begann mit fünf Jahren erste Melodien und Stücke zu spielen und lernte das Klavierspielen, wie sie das Sprechen, Laufen und Lesen lernte. 1992 zog ihre Familie nach Deutschland, in Scheps’ neue Heimat. Mit 16 Jahren begann sie ihr Klavierstudium als Jungstudentin an der Musikhochschule Köln, das sie 2013 mit Auszeichnung bei Prof. Pavel Gililov abschloss. Seit 2009 ist Olga Scheps Exklusivkünstlerin von Sony Classical und spielte vor Kurzem ihr bereits siebtes Album ein. Dieses Solo-Album mit Werken von Erik Satie erschien im Mai 2016 und erreichte in Deutschland Platz1  der offiziellen Klassik Charts. Für ihr Album „Chopin“ erhielt Olga Scheps 2010 den „ECHO Klassik“ in der Kategorie „Newcomerin des Jahres“. Alle anderen Alben von Olga Scheps erreichten die Top Ten der offiziellen Klassik-Charts. Olga Scheps lebt heute in ihrer Wahlheimat Köln, reist von dort aus zu Klassik-Festivals und Konzerten in verschiedene Länder und konzertiert mit weltweit führenden Orchestern und Dirigenten.
Weitere Informationen: www.olgascheps.de

5Gustav Frielinghaus Foto Tobias WirthDer Konzertmeister Gustav Frielinghaus gewann als Primarius des „Amaryllis Quartett“ zahlreiche Wettbewerbe und Preise und startete mit dem Gewinn des Finalisten-Preises beim Premio Paolo Borciani 2011 in Reggio Emilia und mit dem 1. Preis und dem Grand Prize beim 6th Melbourne International Chamber Music Competition eine internationale Karriere. Mit seinem „Amaryllis Quartett“ spielte er weltweit auf Festivals und in renommierten Konzerthäusern. Aus der bei Genuin Classics veröffentlichten „Farbenreihe“ erhielt die CD „White“ mit Streichquartetten von Haydn und Webern als „Kammermusik-Einspielung des Jahres 2012“ den „ECHO Klassik“. Seit der Saison 2009/10 ist Gustav Frielinghaus Konzertmeister der Hamburger Camerata. Mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn ist er als Gastkonzertmeister seit 2016 künstlerisch verbunden.

Das Württembergische Kammerorchester Heilbronn (WKO) setzt mit stilsicherer künstlerischer Vielfalt und dem gelebten Ideal kammermusikalischen Musizierens beachtliche Maßstäbe. Als überzeugter Touring-Klangkörper ist das Orchester auf zahlreichen nationalen wie internationalen Konzertpodien unterwegs. Höhepunkte der letzten Jahre waren u.a. Konzerte in der Royal Albert Hall in London, im Concertgebouw Amsterdam, in der Hamburger Laeiszhalle und in der Philharmonie Köln. Hinzu kommen Engagements und Auslandstourneen durch Korea, Kambodscha, China oder Spanien. Im Herbst 2017 war das WKO mit elf Konzerten auf Tournee durch China. Im Residenzschloss Oettingen ist das beliebte Orchester regelmäßig ein gern gesehener Gast.
Weitere Informationen: www.wko-heilbronn.de5WKO Fotostudio M42
WERKBESCHREIBUNGEN:
1884 feierten die Skandinavier den 200. Geburtstag von Ludvig Holberg (1684–1754), dem Gründer der modernen dänischen Literatur. Zu den Jubiläumsfeierlichkeiten komponierte Edvard Grieg seine Holberg-Suite für Streichorchester im Alten Stil. Er versuchte, Elemente der barocken Tanzsuite aufzugreifen und mit seiner eigenen Schreibweise zu vereinen. Der Versuch fand die Anerkennung der Zeitgenossen, beispielweise des berühmten Wiener Kritikers Eduard Hanslick.

Frédéric Chopin war ein Wunderkind auf dem Klavier und trat schon mit acht Jahren in die Öffentlichkeit. Im Jahre 1830 hatte er sein Heimatland Polen verlassen, um nach Paris zu gehen, wo er schnell zu einem gefeierten Klaviervirtuosen und einem gesuchten Lehrer wurde. Ein Brustleiden, das er 1838 mit einer Kur in Mallorca auszukurieren gedachte, führte zu seinem viel zu frühen Tod. Chopin gilt als Begründer eines neuen, virtuos-gefühlvollen Klavierstils, der von Franz Liszt aufgenommen und weiterentwickelt wurde. Sein Komponieren galt ausschließlich dem Klavier. Der junge Chopin orientierte sich bei der Komposition seiner beiden Klavierkonzerte nicht an Mozarts sinfonischen Dialogen zwischen Soloinstrument und Orchester, sondern an der Virtuosen-Konzertliteratur seiner Zeit, in der das Orchester lediglich die Aufgabe hatte, dem brillanten Solopart eine klanglich-harmonische Stütze zu geben.

In der Nähe des Hardanger Fjords hatte sich Edvard Grieg im Jahr 1877 ein Komponierhäuschen bauen lassen. Hier arbeitete er auch an seinem Streichquartett, mit dem er eine Schaffenskrise zu überwinden hoffte: „Ich will mich durch die großen Formen kämpfen, koste es, was es wolle“,  heißt es in einem Brief von Grieg an einen Freund. Das Streichquartett sei ein visionäres Werk, in dem man ein ganzes Orchester spielen höre, lobten die einen. Andere kritisierten die Effekthascherei in diesem Streichquartett – das hörbar von einem Pianisten und nicht von einem Streicher komponiert worden sei. Die Meinungen der Kritiker gingen weit auseinander, als Edvard Griegs einziges vollständiges Streichquartett 1878 in Köln uraufgeführt wurde. Heute aber erfreut es sich großer Beliebtheit. Das Streichquartett von Edvard Grieg wird in diesem Konzert als Orchesterfassung aufgeführt.

PROGRAMM:

Edvard Grieg (1843–1907)
„Aus Holbergs Zeit“ – Suite im alten Stil für Streichorchester G-Dur op. 40

Präludium: Allegro vivace
Sarabande: Andante
Gavotte: Allegretto
Air: Andante religioso
Rigaudon: Allegro con brio

Frédéric Chopin (1810–1849)
Konzert für Klavier und Streich¬orchester Nr. 2 f-Moll op. 21

Maestoso
Larghetto
Allegro vivace

*** PAUSE ***

Edvard Grieg (1843–1907)
Streichquartett Nr. 1 g-Moll op. 27 in Streichorchesterfassung

Un poco andante – Allegro molto e agitato
Romanze: Andantino – Allegro agitato
Intermezzo: Allegro molto marcato – Più vivo e scherzando
Finale: Lento – Presto al saltarello