Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim (Gala-Konzert)
im Rahmen der Rosetti-Festtage

Freitag, 01. Juni 2018, 20.00 Uhr
Solist: Gábor Boldoczki, Trompete und Flügelhorn
Leitung: Timo Handschuh

J. Haydn: Sinfonie A-Dur Hob. I:21
W.A. Mozart: Streichquartett D-Dur KV 155
J. B. G. Neruda:  Trompetenkonzert Es-Dur
J. N. Hummel: Introduktion, Thema und Variationen für Flügelhorn und Orchester f-Moll op. 102
A. Rosetti: Sinfonie C-Dur Murray A1

 
2Boldoczki Gabor Foto Marco Borggreve 2010

PERSONALIA:
Mit 42 Jahren hat Gábor Boldoczki bisher nahezu alle wichtigen Preise gewonnen, die für viele Musiker etwas gelten: angefangen beim Internationalen Maurice-André-Wettbewerb über den ARD-Wettbewerb bis hin zum ECHO Klassik. Heute zählt Boldoczki zu den führenden Trompetern weltweit. Zu seiner absolut souveränen Technik und lebendigen Musikalität gesellt sich sein wunderbar harmonisch-singender Ton. 1976 wurde er im ungarischen Szeged geboren, besuchte die „Leó Weiner Fachmittelschule für Musik“ sowie die Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest. Neben den gängigen Werken für Trompete spielt Bodoczki auch zeitgenössische Musik: Unter anderem brachte er die Trompetenkonzerte von Krzysztof Penderecki sowie von Fazıl Say zur Uraufführung.
Weitere Informationen: www.gabor-in-concert.com/de
2Handschuh Foto Regine Landauer

Timo Handschuh wurde 1975 in Lahr im Schwarzwald geboren und gründete bereits als 17-Jähriger in seiner Heimatstadt ein eigenes Orchester. Noch während seines Kapellmeisterstudiums wurde Timo Handschuh 2002 an die Staatsoper Stuttgart als Kapellmeister engagiert. 2011 wurde er als Generalmusikdirektor nach Ulm berufen. Seit Beginn der Konzertsaison 2013/14 ist Timo Handschuh Künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Südwestdeutschen Kammerorchesters Pforzheim.
2SWDKO Foto Markus Bechtle

 


Gegründet wurde das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim im Jahr 1950. Maurice André, Dietrich Fischer-Dieskau, Frans Brüggen und Yehudi Menuhin waren nur einige der musikalischen Größen, mit denen das „Südwestdeutsche“ zusammenarbeitete. Auf seinem Erfolgsweg hat das Kammerorchester neben etlichen Rundfunkaufnahmen etwa 300 Schallplatten und CDs eingespielt, von denen eine ganze Reihe mit internationalen Preisen ausgezeichnet wurde.
Weitere Informationen: www.swdko-pforzheim.de


WERKBESCHREIBUNGEN:
Während der fünf Jahre, die Joseph Haydn als fürstlicher Vize-Kapellmeister in Eisenstadt verbrachte, stand die Musikgattung Sinfonie im Mittelpunkt seines Schaffens und er machte diesbezüglich – verglichen mit der vorausgegangenen Periode – spektakuläre sensationelle Fortschritte, besonders hinsichtlich der Qualität und Vielfalt seiner Werke.
Die aus dem Jahre 1764 stammende Sinfonie Nr. 21 setzt ungewohnt mit einem langsamen und besonders ausdrucksvollen Satz ein. Daher wird diese Sinfonie auch als „Kirchensinfonie“ bezeichnet, da die in der Barockzeit übliche „Sonata di chiesa“ ebenfalls mit einem langsamen Satz beginnt. Ebenso ungewöhnlich ist, dass alle vier Sätze in derselben Tonart A-Dur stehen.

Nur acht Jahre später, im Oktober 1772, waren Wolfgang Amadeus Mozart und sein Vater Leopold wieder einmal auf Reisen nach Italien, in diesem Fall um die Premiere von Mozarts dritter Mailänder Oper „Lucio Silla” vorzubereiten. Aus Bozen hatte der Vater nach Hause geschrieben: „Der Wolfgang befindet sich auch wohl; er schreibt eben für die lange Weile ein quatro.” Das Wort „Quadro” war damals ein in Deutschland noch weit verbreiteter Ausdruck für Quartette, der alsbald vom italienischen „Quartetto” oder deutschen „Quartett” abgelöst wurde. Mozart schrieb das erste seiner sogenannten „Mailänder Quartette” also eher aus Langeweile, zur Ablenkung während der langen Wartezeiten auf den Italien-Reisen. Ein Zeitvertreib war es, den Mozart in diesen frühen Quartetten suchte, noch nicht der hohe Kunstanspruch der von Joseph Haydn geprägten musikalischen Gattung „Streichquartett“.
Das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim spielt das Streichquartett heute in der Orchesterfassung.

Johann Baptist Georg Neruda war einer von zahllosen böhmischen Musikern, die es im 18. Jahrhundert nach Dresden in die berühmte Hofkapelle der sächsischen Kurfürsten gezogen hatte. Das von Bach bewunderte Orchester repräsentierte einen im damaligen Deutschland unübertroffenen Standard an spieltechnischer Perfektion, für die auch Neruda als zeitweiliger Konzertmeister des Orchesters verantwortlich war.
Sein Trompetenkonzert Es-Dur hatte er eigentlich für ein anderes Instrument geschrieben: das sogenannte „Corno da caccia”, ein etwas kleineres Horn, das mit einem trompetenähnlichen Mundstück geblasen wurde und in Sachsen damals sehr populär war.

Nicht nur Haydn, auch der Mozart-Schüler Johann Nepomuk Hummel hatte für den legendären Wiener Trompeter Anton Weidinger ein Konzert für die seit 1801 endgültig entwickelte Klappentrompete komponiert. Introduktion, Thema und Variationen für Flügelhorn und Orchester sind im Original für Oboe und Orchester komponiert. Man darf gespannt sein, wie das Werk mit dem weichen Ton eines Flügelhorns klingen wird.

Das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim unter Leitung von Johannes Moesus hat die Sinfonie C-Dur Murray A1 von Antonio Rosetti 2017 beim Label cpo eingespielt. Rasmus van Rijn rezensierte in klassik-heute.de: „Antonio Rosetti ist eine der klassischen Gestalten, deren Musik ich mit größtem Vergnügen höre, vor allem wenn sie so munter und geistreich ausgeführt wird wie in der vorliegenden Einspielung. Sehr gelungen!“


PROGRAMM:

Joseph Haydn (1732–1809)
Sinfonie A-Dur Hob. I:21

Adagio
Presto
Menuet
Finale. Allegro molto

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Streichquartett D-Dur KV 155 (in Orchesterfassung)

Allegro
Andante
Molto allegro

Johann Baptist Georg Neruda (1707–1780)
Konzert für Trompete und Orchester Es-Dur

Allegro
Largo
Vivace

*** PAUSE ***

Johann Nepomuk Hummel  (1778–1837)
Introduktion, Thema und Variationen für Flügelhorn und Orchester f-Moll op. 102

Antonio Rosetti (1750–1792)
Sinfonie C-Dur Murray A1

Allegro molto
Andante ma allegretto
Menuetto moderato
Allegro ma non presto