Oettinger Kammerorchester

Samstag, 19. Mai 2018, 20.00 Uhr
Solistin: Flavia Klotz, Oboe
Leitung: Günter Simon

E. Grieg: Zwei Nordische Weisen op. 63
W.A. Mozart:   Oboenkonzert C-Dur KV 314
J. Haydn: Sinfonie G-Dur, Hob. I:94  "mit dem Paukenschlag"


Zusätzlich bieten wir Ihnen am Samstag, dem 19. Mai 2018, um 16.00 Uhr ein moderiertes Konzert für Kinder mit ausgewählten Musikstücken aus dem Abendkonzert an.

Eintritt nachmittags: Erwachsene 7 Euro, Kinder frei
Platzreservierung nur für Gruppen und Schulklassen

PERSONALIA:1Flavia Klotz Foto Alex Chepa
Flavia Klotz studierte Oboe an der Hochschule für Musik Würzburg bei Prof. Jochen Müller-Brincken und Ralf-Jörn Köster sowie am Conservatorio superior de música „Joaquín Rodrigo“ Valencia bei Prof. Jesus Fuster. Meisterkurse bei renommierten Oboisten, wie u. a. Stefan Schilli, Christian Wetzel, Gregor Witt, Ingo Goritzki und Albrecht Mayer, runden ihre musikalische Ausbildung ab. 2015 wurde ihr im Rahmen ihrer Diplomarbeit zum Thema „Musikergesundheit“ der Kulturpreis Bayern verliehen. Zudem ist sie seit 2016 zertifizierte Yogalehrerin und unterrichtet u. a. Yoga für Musiker an der HfM Würzburg. Neben ihrer Unterrichtstätigkeit, u. a. an der Sing- und Musikschule der Stadt Lohr, kann sich die junge Oboistin sowohl solistisch als auch als Orchestermusikerin zahlreicher Engagements in professionellen Orchestern und Ensembles erfreuen, wie z.B. bei den Münchner Bachsolisten, im Bachorchester Würzburg, im Collegium Musicum Aschaffenburg, im Bachcollegium Aschaffenburg oder auch im Oettinger Bachorchester. 2012 gastierte sie als Englischhornistin am Landestheater Detmold. Konzertreisen und Auftritte führten sie unter anderem nach Brasilien, Montenegro, Kroatien, Spanien und in die Schweiz.
Weitere Informationen: www.flavia-klotz.com

WERKBESCHREIBUNGEN:
Durch die Begegnung mit dem Komponisten Richard Nordraak – dem Schöpfer der norwegischen Nationalhymne – fand Edvard Grieg zu seinem eigenen, volksliedhaften Stil. Von der Deutschen Romantik ausgehend schuf er mit der Besinnung auf seine nationale Identität eine neue Stilrichtung: die sogenannte Skandinavische Schule. Die „Zwei Nordischen Weisen“ op. 63 sind wunderbare Beispiele für Griegs sogenannten Nordischen Stil: Nr. 1 „Im Volkston“ ist ein Lied ohne Worte von ganz einzigartigem Stimmungszauber. Nr. 2 „Kuhreigen und Bauerntanz“ bildet eine freie Bearbeitung aus den „Nordischen Tänzen“ op. 17 und hinterlässt geradezu bildliche Eindrücke. In diesem Werk variiert Grieg mit sehr feinen klanglichen Abstufungen und entwickelt eine eigene, sehr elegische Tonsprache.

Zum ersten Mal hatte Wolfgang Amadeus Mozart im Jahr 1778 alleine mit der Mutter eine lange Konzertreise unternommen: Sie führte ihn von Salzburg über München, Augsburg und Mannheim nach Paris. Das eigentliche Reiseziel war eine feste Anstellung an einem der zahlreichen deutschen Fürstenhöfe. Mozart hatte diese bekanntlich nicht erhalten. Trotzdem hielten die Mannheimer große Stücke auf ihn. Er beeindruckte nicht nur am Klavier, sondern mit allen seinen Kompositionen.
Stolz hatte er seinem Vater Leopold unter anderem von dem Oboenkonzert berichtet, „welches hier einen grossen lärm macht“. Der Oboist Friedrich Ramm habe es schon fünf Mal gespielt.
Komponiert hatte Mozart das Konzert noch vor der Abreise – und zwar in Salzburg – für den Oboisten der Fürsterzbischöflichen Hofkapelle, Giuseppe Ferlendis. Mozart hatte das Konzert in Mannheim zum Flötenkonzert umgeschrieben und damit einen Auftrag des holländischen Flötisten Ferdinand Dejean erfüllt. Der hatte eigentlich eine Originalkomposition erwartet und war vermutlich verärgert über diese Mogelpackung. Der Zeitdruck war für Mozart wie üblich groß, vielleicht noch etwas größer als sonst, denn in Mannheim hatte Mozart die Sängerin Aloysia Weber kennen- und liebengelernt und fortan fast nur noch Augen für sie. Aloysia heiratete dann jedoch einen anderen, Mozart nahm sich daraufhin Aloysias Schwester Constanze.
Fünf Jahre nach der Reise entstand eine Art zweites Recycling-Produkt seines Flöten-Oboen-Konzerts: In der „Entführung aus dem Serail“ singt die Blonde das Rondo-Thema, unterlegt mit den Worten „Welche Wonne, welche Lust, herrschet nun in meiner Brust!“

Seine letzten 30 Jahre brachten Joseph Haydn internationalen Erfolg. In Frankreich, England und auch in den Vereinigten Staaten gehörten seine Sinfonien zu den Sensationen des Konzertlebens. Triumphale Erfolge und zahlreiche Ehrungen wurden ihm zuteil.
Die zwölf in den Jahren 1791 bis 1794 für den in London lebenden Geiger und Konzertunternehmer Johann Peter Salomon komponierten Sinfonien bilden nicht nur Abschluss und Krönung des sinfonischen Schaffens Haydns, sie bezeichnen den Gipfel der klassischen Sinfonik überhaupt!
Mit dem zweiten Satz der Sinfonie Nr. 94 verbindet sich eine Anekdote. Schon zu Lebzeiten Haydns gab es die weit verbreitete Meinung, der Komponist habe durch ein überraschendes Forte Teile des Publikums aus ihrer Schläfrigkeit aufrütteln wollen. Haydn hatte dies gegenüber seinem ersten Biografen, Georg August Griesinger, bestritten und erklärt, er habe lediglich etwas „Originelles“ bieten wollen.
Jedenfalls konnte sich im Englischen der Beiname „The Surprise“ (Die Überraschung) und im Deutschen die Betitelung „Sinfonie mit dem Paukenschlag“ erhalten.


PROGRAMM:

Edvard Grieg (1843–1907)
Zwei Nordische Weisen op. 63

1. Im Volkston
2. Kuhreigen – Bauerntanz

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Konzert für Oboe und Orchester C-Dur KV 314

Allegro aperto
Andante ma non troppo
Allegro

*** PAUSE ***

Joseph Haydn (1732–1809)
Sinfonie Nr. 94 G-Dur, Hob I:94

Adagio cantabile – Vivace assai
Andante
Menuetto: Allegro molto
Allegro di molto