Oettinger Bachorchester
Open Air Konzert im Innenhof des Residenzschlosses, bei schlechter Witterung im Festsaal

Sonntag, 08. Juli 2018, 18.00 Uhr

Solistinnen: Roxane Boivin und Isabel Schmitt, Horn
Leitung: Günter Simon

 W. A. Mozart:   Sinfonie D-Dur KV 297 „Pariser“ 
 A. Rosetti: Konzert für 2 Hörner Es-Dur Murray C56
 F. Mendelssohn-Bartholdy:  Sinfonie Nr. 3 a-Moll op 56 „Schottische“ 

 
PERSONALIA:
Roxane Boivin
wurde im kanadischen Québec geboren. Sie studierte Horn am Conservatoire Foto Open Air Roxane Isabelde Musique bei Guy Carmichael und beendete ihr Studium mit einem „Premier Prix“. Seit 2000 arbeitet sie als freischaffende Hornistin und Instrumentallehrerin. In zahlreichen Meisterkursen und Orchesterprojekten erweiterte sie ihr Repertoire bei renommierten Hornisten wie Hermann Baumann, Barry Tuckwell und Dale Clevenger. Zu vielen Gelegenheiten kann man Roxane Boivin als Solistin hören, unter anderem bei den „Münchner Bachsolisten“.

Isabel Schmitt (links auf dem Foto) studierte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main bei Marie-Luise Neunecker und Christian Lampert sowie an der Royal Academy of Music in London bei Michael Thompson. Sie war zunächst als Hornistin im Orchester des Staatstheaters Darmstadt beschäftigt und hatte in den Jahren 2003 bis 2009 die Stelle der stellvertretenden Solohornistin im Philharmonischen Orchester Würzburg inne. Das Projekt „4 Monate Venezuela“ des Deutschen Musikrats führte sie 2008 als Dozentin für Horn unter anderem an das Conservatorio de Música Simón Bolívar in Caracas. Seit dem Wintersemester 2008 unterrichtet sie Horn an der Hochschule für Musik Würzburg. Als Kammermusikerin und Solistin konnte man sie auch im Rahmen des Mozartfests Würzburg hören.
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Günter Simon studierte zunächst Schulmusik und absolvierte anschließend das Konzertdiplom im Fach Violine an der Hochschule für Musik in Würzburg. Seit 2001 arbeitet er als Musikfachbetreuer am Albrecht-Ernst-Gym¬nasium in Oettingen. Für die herausragende Ensemblearbeit vor allem mit Streicherklassen wurde das Gymnasium mit dem Europäischen Schulmusikpreis 2013 und dem 8. Donau-Rieser Heimatpreis 2014 ausgezeichnet. Seit März 2016 ist Günter Simon erster Vorsitzender des Kuratoriums Oettinger Residenzkonzerte e.V.

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Das Oettinger Bachorchester wurde 1995 von Günter Simon gegründet, der seitdem das Ensemble als Konzertmeister oder Dirigent leitet. Es besteht hauptsächlich aus befreundeten professionellen Musikern (z. B. den oben genannten Hornistinnen) sowie Musikstudenten seiner ehemaligen Hochschule für Musik Würzburg. Bemerkenswerte Aufführungen zusammen mit verschiedenen Chören waren in den letzten Jahren u.a. die Großen Passionen und das Weihnachtsoratorium Johann Sebastian Bachs sowie Haydns Schöpfung oder Oratorien Mendelssohn Bartholdys.

WERKBESCHREIBUNGEN:
Im September 1777 trat Wolfgang Amadeus Mozart zum ersten Mal seine Reise nicht in Begleitung und unter der umsichtigen Leitung seines Vaters Leopold an, sondern zusammen mit seiner Mutter. Diese Reise war für Mozarts persönliche Entwicklung äußerst wichtig. Sie führte ihn über München zunächst nach Mannheim, dem damals neben Wien bedeutendsten Zentrum der Instrumentalmusik im deutschsprachigen Raum. Mozart lernte das berühmte Mannheimer Orchester kennen und verliebte sich in Aloysia Weber, die Schwester seiner späteren Frau Constanze. Erst im März 1778 reisten Mutter und Sohn weiter nach Paris. Dort konnte Mozart jedoch nicht an frühere Erfolge anknüpfen. Immerhin beauftragte ihn der Leiter der Pariser „Le Concert Spirituel“, Joseph Legros, mit der Komposition der „Pariser“ Sinfonie. Diese Sinfonie ist die erste Sinfonie, in der Mozart Klarinetten verwendete, eingebettet in ein ungewöhnlich großes Bläserensemble. Beachtenswert ist, wie sehr die Bläser nicht nur auf den Klang, sondern auch auf die kompositorische Struktur einwirkten.

Antonio Rosetti komponierte ca. 60 Solokonzerte, v. a. für Blasinstrumente. Die Hofkapelle zu Oettingen-Wallerstein, die oft in einem Atemzug mit dem berühmten Mannheimer Orchester genannt wird, verdankte ihren guten Ruf nicht zuletzt ihren hochqualifizierten, überwiegend aus Böhmen stammenden Hornisten, die mit 400 Gulden Jahresgehalt sehr gut bezahlt wurden. Diese Virtuosen beherrschten die schwierigsten Passagen in Rosettis Solokonzerten, wenn man bedenkt, dass die damaligen Hörner noch keine Ventile hatten und die Hornisten mit einer anspruchsvollen „Stopftechnik“ Töne erzeugen mussten, die nicht in der Naturtonreihe enthalten waren. Lange wurde das Konzert Es-Dur für zwei Hörner (Murray C56) für ein Werk von Joseph Haydn gehalten. Was für ein riesiges Kompliment für Antonio Rosetti!

1829 unternahm Felix Mendelssohn Bartholdy von London aus mit seinem Freund Karl Klingemann eine Reise nach Schottland, in die Northern Highlands und bis zu den Hebriden. Die herb--abweisende, aber doch faszinierende Natur, das rauhe Klima und die seltsam-düstere Geschichte Schottlands faszinierten ihn. Er schrieb an seine Eltern: „In der tiefen Dämmerung gingen wir heut nach dem Palaste, wo Königin Maria gelebt und geliebt hat… Der Kapelle daneben fehlt nun das Dach. Gras und Efeu wachsen viel darin, und am zerbrochenen Altar wurde Maria zur Königin von Schottland gekrönt. Es ist da alles zerbrochen, morsch, und der heitere Himmel scheint hinein. Ich glaube, ich habe heut da den Anfang meiner Schottischen Sinfonie gefunden.“ Von der ersten Skizze des Anfangs der Sinfonie in der verfallenen Kapelle des Edinburgher Stuartpalastes bis zur Fertigstellung sollten jedoch noch 13  Jahre vergehen. Erst 1842, als Gewandhauskapellmeister und preußischer Generalmusikdirektor, vollendete Mendelssohn die Partitur und leitete selbst die Uraufführung im Gewandhaus Leipzig.

PROGRAMM:

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Sinfonie D-Dur KV 297 „Pariser“

Allegro assai
Andante
Allegro

Antonio Rosetti (1750–1792)
Konzert für 2 Hörner und Orchester Es-Dur, Murray C56

Allegro maestoso
Romance. Adagio non tanto
Rondeau. Allegretto

*** PAUSE ***

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847)
Sinfonie Nr. 3 a-Moll op. 56 „Schottische”

Andante con moto – Allegro un poco agitato
Vivace non troppo
Adagio
Allegro vivacissimo