Kammerphilharmonie Amadé

Samstag, 22. September 2018, 20.00 Uhr
Solistin: Dina Ugorskaja, Klavier
Leitung: Frieder Obstfeld

W.A. Mozart:   Sinfonie D-Dur KV 81
W.A. Mozart:   Klavierkonzert A-Dur KV 414
W.A. Mozart:   Erste Lodronische Nachtmusik F-Dur KV 247

 6Ugorskaja Foto Felix Broede

PERSONALIA:
„Was soll da noch kommen?“ war in der Presse zu lesen, nachdem Dina Ugorskaja ihre CD mit zwei späten Klaviersonaten von Beethoven veröffentlicht hatte. „Heiliger Gesang“ titelte Eleonore Büning in der FAZ. Dina Ugors­kaja, 1973 im damaligen Leningrad als Tochter einer Künstlerfamilie jüdischer Herkunft geboren, erfuhr bereits seit frühester Kindheit eine starke musikalische Prägung. Mit sieben Jahren trat sie erstmals öffentlich auf, mit 14 führte sie das 4. Klavierkonzert von Beethoven mit Orchester auf. Seit 2007 lebt sie in München. 2015 spielte Ugorskaja beide Bände des Wohltemperierten Klaviers von Johann Sebastian Bach beim Bayerischen Rundfunk ein. Im September 2016 erschien die Koproduktion als CD-Box bei Cavi-Music. Seit Oktober 2016 hat sie eine Klavierprofessur an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien inne.
Weitere Informationen: www.dina-ugorskaja.de

Frieder Obstfeld erhielt seine erste musikalische Ausbildung in Bonn bei Heribert Beissel (Klavier) und Gustav Mikulai (Violine). In den Meisterklassen von Kurt Schäffer an der Musikhochschule in Düsseldorf und von Bruno Giuranna an der Nordwestdeutschen Musikakademie Detmold setzte er seine Studien im Streicherfach fort. 1988 übernahm Obstfeld die Leitung des „Kammerorchester ­Müns­ter“, einem Ensemble aus Schülern und angehenden Musikstudenten. In wenigen Jahren wurde das Orchester – inzwischen unter dem Namen „Westfälische Kammerphilharmonie“ – ein Anziehungspunkt für junge Musiker der umliegenden Hochschulen.

Seit dem Gründungsjahr 1997 ist die Kammerphilharmonie Amadé unter der Leitung von Frieder Obstfeld Treffpunkt für hochqualifizierte junge Musikerinnen und Musiker aus ganz Europa. In dieser Zeit hat sich das Ensemble mit nationalen und internationalen Gastspielen und in Zusammenarbeit mit vielen renommierten Solisten den Ruf eines der führenden Kammerorchester in Deutschland erworben. Die „Kammerphilharmonie Amadé“ konzertierte beim Internationalen Beethovenfest Bonn, beim Schleswig-Holstein Musikfestival, bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Rheingau-Musikfestival, dem Moselfestival und auf vielen anderen nationalen und internationalen Konzertpodien. Künstlerische Kontakte bestehen zu Solisten von Weltruf: Künstler wie Martin Stadtfeld, Sabine Meyer, Gabor Boldoczki und Khatia Buniatishvili traten gemeinsam mit der „Kammerphilharmonie Amadé“ auf.
Weitere Informationen: www.kp-amade.eu 6KPA Wartburg

WERKBESCHREIBUNGEN:
Als 14-Jähriger komponierte Wolfgang Amadeus Mozart die Sinfonie D-Dur KV 81 vermutlich in Rom auf seiner ers­ten Italienreise. Der lebhafte Tonfall der Opera buffa ist deutlich zu vernehmen, alles wohl aufs italienische Publikum zugeschnitten. Albert Einstein bezeichnete das Werk als „eine der reiz- und geistvollsten der italienischen Sinfonien aus dem Jahre 1770“.

Mit Mozarts lang ersehntem Umzug nach Wien im Jahr 1781 tauschte er auch die feste Anstellung am Salzburger Hof gegen ein Leben als freischaffender Künstler. Für seine Einnahmen war er nun selbst verantwortlich – kein Wunder also, dass er nach Möglichkeiten suchte, das Wiener Publikum schnellstmöglich für sich zu gewinnen. Damit rückte eine Gattung ins Zentrum seines Schaffens, mit der er sich als Komponist und virtuoser Interpret glanzvoll präsentieren konnte: das Klavierkonzert. Zwischen 1782 und 1786 komponierte er 15 Klavierkonzerte, mit denen er die Wiener in sogenannten „Akademien“ vom Klavier aus begeis­terte. Diese Veranstaltungen, die in der Regel im Wiener Augarten oder im Hoftheater stattfanden, wurden in Mozarts ersten Wiener Jahren zu seiner wichtigsten finanziellen Einnahmequelle. Mozart beschrieb seinem Vater Leopold seine ersten Wiener Klavierkonzerte so: „…die Concerte sind eben das Mittelding zwischen zu schwer und zu leicht, sind sehr brilliant, angenehm in den Ohren, natürlich, ohne in das Leere zu fallen. Hie und da können auch Kenner allein Satisfaction erhalten, doch so, dass die Nichtkenner damit zufrieden sein müssen, ohne zu wissen warum“.

Das A-Dur-Konzert KV 414 ist bis heute das populärste der drei frühen Klavierkonzerte, was sicher auch an seiner heiter gelösten Grundstimmung liegt, die Mozarts Vorsatz, die Werke sollten – bei allem Anspruch „angenehm in den Ohren“ klingen, vielleicht am konsequentesten umsetzt.

Im Gesamtwerk Mozarts nimmt das Genre der geselligen Unterhaltungs­musik einen breiten Raum ein. Feste spielten während des Feudalzeitalters eine wichtige Rolle. Sie standen im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens überhaupt. Als Veranstalter traten prunkliebende fürstliche Höfe auf,
da­neben der Hof- und Landadel und schließlich auch die Bourgeoisie, die den aristokratischen Lebensstil nachzuahmen begonnen hatte. Die Familie Lodron war eines jener wohlhabenden Adelsgeschlechter, die wesentlich zum Nachtmusik-Boom des späten 18. Jahrhunderts beitrugen. In Salzburg gehörten sie seit dem 17. Jahrhundert zu den führenden Häusern, bei denen auch die Mozarts ein- und ausgingen. So kam es, dass Mozart im Jahre 1776 „zwei Cassationen für die Gräfin“ schrieb, die sein Vater kurz die „Lodronischen Nachtmusiken” nannte.

PROGRAMM:

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Sinfonie D-Dur KV 81

Allegro
Andante
Allegro molto

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Konzert für Klavier und Orchester A-Dur KV 414

Allegro
Andante
Rondeau

*** PAUSE ***

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Erste Lodronische Nachtmusik F-Dur KV 247

Allegro
Andante grazioso
Menuetto
Adagio
Menuetto
Andante – Allegro assai