Concilium musicum Wien (auf Originalinstrumenten)

Samstag, 16. Juni 2018, 20.00 Uhr
Solist: Armin Gramer, Countertenor
Violine und Viola d’amore: Christoph Angerer
Violine: Milan Nikolic
Viola: László Ábrahám
Violoncello: Elisabeth Zeisner
Kontrabass: Damián Posse
Orgel & Cembalo: Peter Frisée

"Die Welt der Kastraten"
Werke von G. F. Händel, A. Vivaldi, Ch.W. Gluck, J. A. Hasse, J. Haydn

 

PERSONALIA:
Der aus Klagenfurt stammende Countertenor Armin Gramer studierte zunächst am Prayner3Armin Gramer bei Margarita Kyriak Konservatorium Wien, und anschließend am Konservatorium der Stadt Wien bei Helga Meyer-Wagner und Julia Conwell Sologesang. Beide Studien schloss er mit Auszeichnung ab.
Zahlreiche Opernengagements folgten, unter anderem an der Volksoper Wien, der Kammeroper Rheinsberg, den Schlossfestspielen Wernigerode, der Bayerischen Staatsoper München oder dem Salzburger Landestheater. Auch absolvierte Armin Gramer zahlreiche Konzerte im In- und Ausland unter anderem in regelmäßiger Zusammenarbeit mit dem Clemencic Consort.
Armin Gramer ist Preisträger des „musica juventutis“ Wettbewerbs des Wiener Konzerthauses und des Wettbewerbs der Kammeroper Rheinsberg.

3ConciliumMit Countertenor Armin Gramer, zwei Violinen, Violoncello, Kontrabass und Cembalo bzw. Orgel widmet das Concilium musicum Wien das Programm dem virtuosesten und zugleich intimsten aller Instrumente – der menschlichen Stimme. Die stetig perfektionierte Kultivierung von Gesangstechniken männlicher Stimmen im hohen Fach in den letzten Jahrzehnten erlaubt wieder einen Höreindruck dieser früher nur mit lebensgefährlicher Operation erlangten farbschönen hohen Stimme.

 

 

Wie dem berühmtesten Kastraten des Barock, Farinelli (eigentlich Carlo Broschi, *24. Januar 1705 in Andria/Königreich Neapel; †16. September 1782 in Bologna) war es auch anderen jungen Sängern ergangen – nur wenige jedoch hatten aus ihrem Unglück Kapital schlagen können wie er. Die Hälfte aller Kastrationen endete seinerzeit mit dem Tod der Jungen. Die Vorstellung, wie es in den Hinterstuben im barocken Italien diesbezüglich wohl zuging, ist furchteinflößend genug: Da die Kastration offiziell verboten war, wurde sie meist von nicht ausgebildeten Barbieren durchgeführt. Die Jungen wurden betäubt, dann schnitt man ihnen die Samenstränge durch.
Am Ende verdienten jedoch nur rund fünf Prozent der Kastraten tatsächlich mit ihrer Stimme ihren Lebensunterhalt. In Folge des sensationellen Ruhmes und Reichtums der kastrierten Opernsänger in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gab es eine wahre Kastrationswelle: Eltern ließen reihenweise ihre Jungen kastrieren, in der Hoffnung, sie würden ebenfalls erfolgreiche Opernstars. Doch auch eine überlebte Kastration war kein Garant für späteren Ruhm. Der Schnitt mit der scharfen Klinge konnte fehlendes musikalisches Talent natürlich nicht ersetzen.
Nach der Operation war das Wachstum der Knaben meistens außer Kontrolle geraten: Die Gliedmaßen eines Kastraten waren außergewöhnlich lang, was zu einer oft überragenden Körpergröße führte. Im Alter litten diese Menschen unter extremer Fettleibigkeit. Die Stimmbänder wuchsen im Gegensatz zum Brustkorb in der Entwicklung des Jungen nicht mit, was zu einer voluminösen hellen Stimme führte. Die kurzen Stimmbänder erzeugten hohe Töne, die durch einen großen Brustkorb als Resonanzkörper einen vollen Klang bekamen.
Weitere Informationen: www.concilium.at

PROGRAMM:

Christoph Willibald Gluck (1714–1787)
Sonata g-Moll Wq. 53/2 für 2 Violinen und Basso continuo

Andante
Minuetto
Gigue. Allegro

Georg Friedrich Händel (1685–1759)
Concerto Nr. 5 für Orgel F-Dur HWV 295
„Der Kuckuck und die Nachtigall“
 Larghetto*

Verdi prati – Arie aus „Alcina“
 Allegro*

Ombra mai fu – Arie aus „Xerxes“
 Larghetto*

Lascia ch’io pianga – Arie aus „Rinaldo“
 Allegro*

Christoph Willibald Gluck (1714–1787)
Che faró senza Euridice – Arie aus „Orfeo ed Euridice“

*** PAUSE ***

Joseph Haydn (1732–1809)
Divertimento für Cembalo und Streicher G-Dur Hob XIV:13

Allegro moderato
Adagio
Finale. Presto

Antonio Vivaldi (1678–1792)
Concerto für Viola d’amore d-Moll RV 392
 Allegro*

Gloria patri – Arie aus „Nisi dominus” RV 608
 Largo*

Cum dederit – Arie aus „Nisi dominus” RV 608
    Allegro*

Johann Adolph Hasse (1699–1783)
Vo disperato a morte – Arie aus „La clemenza di Tito”