Martin Stadtfeld und Mannheimer Mozartorchester (Galakonzert)

Freitag, 07. Juni 2019, 20:00 Uhr
Solist: Martin Stadtfeld, Klavier
Leitung: Timo Youko Herrmann

Klavierkonzerte von W.A. Mozart (KV 450) und A. Rosetti, Sinfonien von F. Gassmann und A. Salieri
 


PERSONALIA:
Martin Stadtfeld war schon 2017 in Oettingen zu Gast und wurde damals begeistert vom Publikum gefeiert. Er hat sich als einer der weltweit bedeutendsten Pianisten und als Interpret der Musik Johann Sebastian Bachs einen Namen gemacht. Martin Stadtfelds Diskographie ist überaus beeindruckend, wie z. B. seine Einspielung von Bachs „Goldberg-Variationen“ bei Sony Classical, mit denen er auf Platz 1 der deutschen Klassikcharts landete. Stadtfelds Interpretationen sind hochgeschätzt. Sein außergewöhnliches Können führt ihn in die wichtigsten Musikzentren und zu den großen Orchestern in Europa und Asien. Sein großes Anliegen ist es, auch Kindern und Jugendlichen in Schulen leichter den Zugang zur klassischen Musik zu ermöglichen.
Martin Stadtfeld hat sich dankenswerterweise wieder bereiterklärt, am Vormittag des Konzerttags Schülern des Albrecht-Ernst-Gymnasiums Oettingen seine Kunst und die Schönheit der Musik näherzubringen.
Weitere Informationen: www.martinstadtfeld.de3 7Juni erstes Foto

Timo Youko Herrmann ist als Komponist, Salieri-Spezialist und auch als Dirigent bekannt: Er setzt sich seit 2005 wiederholt für Aufführungen von Werken des hauptsächlich in Wien wirkenden Mozart-Erzrivalen Antonio Salieri ein. Herrmann hat die aufgeführten Stücke ausgegraben und betreute zwei Salieri-CDs für das Mannheimer Mozartorchester: Die Erste wurde sogar für einen Grammy nominiert. Weitere Informationen: www.timojoukoherrmann.de

Das Mannheimer Mozartorchester wurde anlässlich des Mozart-Jubiläums 2006 von seinem Dirigenten Thomas Fey gegründet. Die Wormser Zeitung schrieb über das Orchester, dass das auf den Grundsätzen der historisch informierten Aufführungspraxis basierte Klangbild des Orchesters bemerkenswert sei – luftig und elegant, aber an entscheidenden Stellen mit der nötigen Wucht und Vehemenz. Genau deswegen wird es heute von einem breiten Publikum sehr geschätzt.
Weitere Informationen: www.mannheimer-mozartorchester.de3 7Juni zweites foto

WERKBESCHREIBUNGEN:
Der böhmische Komponist Florian Leopold Gassmann, der in Italien ausgebildet wurde und dort seine ersten Triumphe feierte, war Nachfolger Christoph Willibald Glucks am Wiener Hof und ab 1772 Hofkapellmeister Kaiser Josephs II. Er war einer der bedeutendsten Opera- buffa-Komponisten der Vorklassik, fiel jedoch dem wachsenden Erfolg von Mozarts musikdramatischen Werken „zum Opfer“, in dem er weniger Beachtung erfuhr.

Das Waisenkind Antonio Salieri hatte eine Freistelle als Chorknabe im Markusdom in Venedig. Oben genannter Komponist Gassmann entdeckte dort den talentierten 16-jährigen Jungen, nahm ihn mit nach Wien, um ihn dort weiter zu unterrichten und beim Wiener Hof einzuführen. Nach Gassmanns Tod wurde Salieri 1774 Kapellmeister der italienischen Oper in Wien, später sogar Hofkapellmeister. Er unterrichtete eine ganze Musikergeneration, darunter Größen wie Beethoven, Schubert oder Liszt. Ihn und Mozart verband, anders als im Spielfilm „Amadeus“ dargestellt, ein gutes kollegiales Verhältnis, sie schrieben sogar einmal gemeinsam eine Kantate.

Nanette von Schaden, unehelich geboren, erhielt mit elf Jahren in einer kultivierten Wiener Familie fundierten Klavierunterricht, und zwar wahrscheinlich bereits vom vielgereisten Wallersteiner Musikintendanten Ignaz von Beecke (1733–1803). Dieser war für sein kunstfertiges Klavierspiel bekannt und hielt sich zwischen 1774 und 1780 mehrmals für einige Monate in der Kaiserstadt auf. 1779 heiratete sie den Wallersteiner Hofrat Joseph von Schaden (1754–1814) und ließ sich mit ihm in der Residenz Wallerstein nieder, wo sie sich bald einen exzellenten Ruf als Pianistin erwarb. Der Komponist Reichardt unterstreicht, dass sie „unter allen musikalischen Damen, die ich kenne, selbst die Pariserinnen nicht ausgenommen, ja an Fertigkeit und Sicherheit vielleicht von keinem Virtuosen übertroffen wird“.
Bei dem G-Dur-Klavierkonzert ist zusätzlich auch noch der Wallersteiner Hofkomponist Antonio Rosetti als Komponist angegeben. Es ist zu vermuten, dass Nanette von Schaden für den Klavierpart und Rosetti für die Orchesterbegleitung verantwortlich war.

Mit dem Klavierkonzert B-Dur KV 450 löst sich Wolfgang Amadeus Mozart endgültig von den früheren kammermusikalisch akzentuierten Konzerten. Für den großen Konzertsaal geplant, schlägt dieses Werk auch pianistisch einen anderen Ton an: es ist brillant, virtuos, voller Elan. Die Bläser werden mit ins kompositorische Gesamtgeschehen einbezogen – nicht mehr als koloristische Zutat, sondern mit wichtiger melodisch-motivischer Funktion.


PROGRAMM:

Florian Leopold Gassmann (1729–1774)
Sinfonie h-Moll (1769)

Allegro moderato
Andante
Menuetto
Presto

Antonio Salieri (1750–1825)
Cantabile G-Dur für Oboe und Orchester (1773)
Andrius Puskunigis, Oboe

Nanette von Schaden (1764–1834) & Antonio Rosetti (1750–1792)
Konzert für Klavier und Orchester G-Dur (Druck 1788)

Allegro con brio
Adagio non troppo
Rondo

*** PAUSE ***

Antonio Salieri
Serenade F-Dur (1775)

Larghetto maestoso
Andantino
Minuetto arioso
Presto

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Konzert für Klavier und Orchester B-Dur KV 450 (1784)

Allegro
Andante
Allegro